Das Wichtigste in Kürze
- Importe trotz hoher Produktion: Nebst der Produktion von 1.1 Milliarden Schweizer Eiern, werden jährlich 600 Millionen Eier importiert.
- Regionale Herkunft ist gefragt: Sie bietet mehr Transparenz in Bezug auf Haltung und Herkunft als ausländische Betriebe.
- Eierfärben ist ein alter Brauch und die Farbe keine Belastung für die Umwelt: Die Farben bestehen aus natürlichem Schellack, Farbpigmenten, Alkohol und Wasser
- Die Produktion der Ostereier bedarf eine genaue Planung: zwischen den produzierenden Landwirten und der weiterverarbeitenden (färbenden) Firma.
Tradition, Kunst und Sportlichkeit rund um das Osterei
Sagenhafte 1.1 Milliarden Eier produzieren Schweizer Legehennen pro Jahr und trotzdem importieren wir jährlich über 600 Millionen Eier. 2024 wurden nämlich rund vier Prozent weniger Eier im Inland produziert als im Vorjahr, weshalb speziell die Hühnerfarmen die Nachfrage genau beobachten und Betriebe die Höchstzahl an Tieren bereits erreicht haben. Wie auch bei rohen Eiern sind Bio- und regionale Herkünfte besonders gefragt.
Braune Eier stehen hoch im Kurs
Die Statistik spricht Bände: Eier und Eiergerichte erfreuen das Herz der Schweizerinnen und Schweizer, denn pro Kopf und Jahr werden fast 200 Eier gegessen. Ob als gesunder Snack oder feine Ergänzung in der kalten Küche – Eier sind spätestens nach Ende des Cholesterin Mythos wieder richtig “in”. Bereits am kommenden Ostersonntag landen einige der Eier in den verschiedensten Formen und Farben auf dem Esstisch. Einige hängen dekorativ am Osterbäumchen, andere liegen versteckt im Garten, wo sie auf fleissige Kinder (oder natürlich auch Erwachsene!) warten. Ein beliebtes Geschenk sind “Osterneschtli”. Ostereier zu verschenken ist nämlich ein alter christlicher Brauch im Glauben an die Auferstehung Christi. “Weil während der Fastenzeit nach altem Brauch keine Eier gegessen werden durften, kochte man die frisch gelegten Eier und färbte sie”, erklärt Susanne Müller vom Ostereier Museum Wangen im Allgäu in unserem Exklusivinterview. Im Mittelalter war also der Verzehr von Eiern vor Ostern verpönt.
Fehlende Übersicht für die Konsumenten
Doch wer hat noch vor dem Regal mit den Eiern noch den Überblick? Die über 600 Millionen importierten Eier (jährlich) stammen meistens aus den Niederlanden, Deutschland oder Italien. Als Konsument hat man oft nur wenig Transparenz über die tatsächlichen Bedingungen der Tierhaltung. Anders sieht es dafür auf Schweizer Hühnerfarmen aus. Stichproben durch das Veterinäramt sorgen für die Einhaltung der tierfreundlichen Haltungsbedingungen. Und immerhin: 20 Prozent der Ostereier stammen bereits aus der Bio-Haltung. Das Leben einer Legehenne lässt sich so beschreiben: Sie wird im Alter von 17 bis 18 Wochen von den Aufzuchtsbetrieben übernommen, wobei sie bis zu 320 Eier in ihrem Leben legen kann. Nach dieser Zahl werden die Eierschalen brüchiger und die Legehenne hat somit ihren Nutzen für die Eierproduktion verloren.
Färben ist umweltfreundlich
Vom Moment der Eiablage gelangen die Ostereier zu den Eierverarbeitern, wo man sie reinigt und mit Wasserdampf kocht. Die Farben zum Färben bestehen aus natürlichem Schellack, Farbpigmenten, Alkohol und Wasser und sind somit keine Belastung für die Umwelt. Obwohl sich die weissen Eier besser zum Färben eignen, sind die braunen beliebter bei Herrn und Frau Schweizer. Farbe hin oder her: Eier sind über die Jahrhunderte verschiedentlich verziert worden: durch die traditionelle Bauernmalerei, mit dem Einsatz von Goldfarben für Ikoneneier oder mit der Batiktechnik. Wer zu Hause künstlerisch tätig sein möchte, findet im Fachhandel zahlreiche Farbutensilien, um die eigenen Ostereier stilvoll zu verzieren. Im angrenzenden Südtirol sollen übrigens bemalte und in der Kirche gesegnete Eier den jungen Männern Glück bringen als Geschenk an ihre Auserwählte.
Wer an Ostern mit den gekochten Eiern etwas sportlich unterwegs sein möchte, mit dem Ziel, Eiertütsch-König (oder Königin) zu werden, sollte sich ein möglichst kleines Ei aussuchen. Damit seitlich auf das andere Ei schlagen – hat es funktioniert? In diesem Sinne ein frohes Osterfest!